2.2. Das Gemeindehaus

Zehn Jahre nach Gründung der Hochmoorkolonie Mar­cardsmoor wurde das Gemeindehaus (heute Schützenhof) fertiggestellt und im Dezember 1900 eingeweiht. Es befanden sich in dem Gebäude ein Laden, eine Gaststätte mit Saal und Clubzimmer, eine Apotheke und eine später eingerichtete Ge­meindebibliothek.

Gemeindehaus
Saal Carl Scharnhorst

Mit der Verwaltung dieses Hauses wurde die Kranken­pflegerin Fr. H. Buß betraut. Sie führte ihr Amt bis 1912 aus und musste es dann aus gesund­heitlichen Gründen aufgeben. Das Besondere dieses Gemeindehauses war, dass der erwirtschaftete Reingewinn an die Kolonisten verteilt wurde.

Von der Königlichen Generalkom­mission Hannover wurde als Nachfolger Herr Carl Scharn­horst, Hess. Oldendorf, einge­setzt. Bis zum Jahre 1924 – als Mar­cardsmoor selbständig wurde – war er als Verwalter tätig, danach konnte er den Betrieb käuflich erwerben. Saal und Ge­schäftsräume wur­den im Laufe der Jahre erweitert und modernisiert.

Laden und Ausschank Carl Scharnhorst

Hier trafen sich die Marcardsmoorer zu regelmäßigen Versammlungen, hier wurden damals schon an die Schulkinder zu Weihnachten Geschenke verteilt, dank der großzügigen Unterstützung der Familie von Marcard, hier fand sich jung und alt zum fröhlichen Beisammensein ein.

So manches schöne, friedliche Vereinsfest hat hier stattgefunden, und diese Tradition hat sich bis heute fortgesetzt.

1961, nach dem Tode des Carl Scharnhorst jun., verkaufte die Familie das Anwesen nach fast 50 jähriger Bewirtschaftung an Herrn Wilhelm Janssen. Sowohl die ältere Generation der Familie Janssen als auch die jüngeren Familienmitglieder sorgten fast 15 Jahre für das Wohl ihrer Gäste.

Am l. September 1976 übernahm die Familie T h. Schrage den Schützenhof. Er wurde völlig renoviert und bekam außen wie innen ein modernes, den heutigen Ansprüchen entsprechendes Gesicht.

Im Juli 1979 wurde eine Bundeskegelbahn gebaut. Dadurch wurde das gastliche Haus um eine Attraktion reicher. Zahlreiche Gäste aus der engeren und weiteren Umgebung kehren hier ein und genießen das reichhaltige Angebot an Speisen und Getränken.

Quelle: “100 Jahre Marcardsmoor” Seite 62 bis 63